©Max Tactic - stock.adobe.comEinladung zur EJCT Füssen Women 2026
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Sixten Totzek und seine Frau Vera Tiuliakova arbeiten gemeinsam auf die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2030 hin.

Gemeinsam aufs Eis – gemeinsam Richtung Olympia

Vera Tiuliakova und Sixten Totzek haben ein gemeinsames Ziel: Das Mixed-Doubles-Team des Curling Club Füssen möchte sich zunächst für die Weltmeisterschaft 2027 qualifizieren. Der große Traum reicht noch weiter – bis zu den Olympischen Winterspielen 2030 in Frankreich.

Im Mixed Doubles stehen nur zwei Aktive pro Team auf dem Eis – eine Frau und ein Mann. Dass diese beiden auch privat ein Paar sind, ist im internationalen Curling eher die Ausnahme. Vera Tiuliakova und Sixten Totzek gehen genau diesen Weg. Die beiden Deutschen Meister leben und trainieren inzwischen in Füssen und wollen von hier aus den nächsten Schritt in ihrer sportlichen Karriere machen.

Wie viel Präzision hinter ihrem Sport steckt, zeigt Sixten Totzek gerne auch abseits des Wettkampfs. Im Bundesleistungszentrum Füssen baut er beispielsweise mit 14 Curlingsteinen einen schmalen Korridor auf – und spielt einen weiteren Stein millimetergenau hindurch. Vera Tiuliakova hält solche Kunststücke mit der Kamera fest. Die Aufnahmen vermitteln eindrucksvoll, wie viel Gefühl, Technik und Berechnung notwendig sind, um einen rund 20 Kilogramm schweren Granitstein genau dorthin zu bringen, wo er hin soll.

Der nächste Schritt führt nach Kanada

Nun wird es wieder ernst. Zum Saisonstart geht es für das Füssener Duo nach Kanada. Beim Guelph Early Bird und der Super Series Moncton warten die ersten internationalen Bewährungsproben. Sie sind Teil des Weges zu einem wichtigen Zwischenziel: Anfang Januar 2027 wollen sich Tiuliakova und Totzek für die Weltmeisterschaft in Finnland qualifizieren.

Für Vera Tiuliakova ist die neue Saison zugleich eine besondere. Die ehemalige Junioren-Weltmeisterin lebt seit zwei Jahren in Deutschland und darf nun auch bei internationalen Titelkämpfen für Deutschland antreten. Ihr deutscher Pass steht allerdings noch aus. Deshalb gehört sie zwar dem Perspektivkader an, erhält derzeit jedoch keine Förderung durch die Stiftung Deutsche Sporthilfe. Sixten Totzek ist Mitglied der Sportfördergruppe der Bundeswehr. Um die ambitionierten sportlichen Pläne finanzieren zu können, sucht das Paar zusätzlich nach Sponsoren.

In Füssen stimmen die Bedingungen

Der Umzug nach Füssen im vergangenen Sommer war deshalb auch eine sportliche Entscheidung. Nur wenige Minuten mit dem Fahrrad trennen Wohnung und Bundesleistungszentrum. Dort wird nicht nur auf dem Eis gearbeitet. Gerade im Mixed Doubles spielen Kraft, Ausdauer und Athletik eine wichtige Rolle – entsprechend gehören regelmäßige Einheiten im Fitnessstudio zum Trainingsalltag.

Dass Sixten Totzek Herausforderungen nicht scheut, bewies er beim Zugspitz Ultra Trail. 76 Kilometer und zahlreiche Höhenmeter bewältigte er in 14 Stunden und 21 Minuten. Zwei Zehennägel kostete ihn das Abenteuer – für Totzek war es trotzdem eine „Challenge“, die er unbedingt ausprobieren wollte.

Auf dem Eis ergänzen sich die beiden mit unterschiedlichen Stärken. Tiuliakova gilt als äußerst präzise Spielerin und beherrscht auch schnelle Runbacks. Gemeinsam wollen sie diese Qualitäten nun auf internationalem Niveau ausspielen.

Kanada ist dabei nur die nächste Etappe. Die Weltmeisterschaft 2027 ist das erste große Ziel. Und irgendwo dahinter wartet bereits der Traum, den beide teilen: 2030 gemeinsam bei den Olympischen Winterspielen in Frankreich auf dem Eis zu stehen – als Mixed-Doubles-Team und als Ehepaar.

Bericht: Hubert Hunscheidt
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